Hla Unikai Stueckgut Lagerung

UNIKAI bringt Breakbulk ins Rollen

RoRo-Schiffe transportieren nicht nur Fahrzeuge. Breakbulk ist ein wichtiger Teil ihrer Ladung, und die HHLA-Tochter UNIKAI ist auf diesen Umschlag spezialisiert.

Autor: Christian Lorenz

Die „ACL Atlantic Sky“ fährt auf der Elbe zügig Richtung Hansahafen. Sie muss das Hochwasser nutzen, denn Schiffe mit großem Tiefgang können bei Niedrigwasser nicht den Alten Elbtunnel passieren. Das ConRo-Schiff transportiert nicht nur 1.307 CEU (car equivalent units), sondern gehört mit einer Kapazität von 3.817 TEU (20-Fuß-Standardcontainer) gleichzeitig zur Panamax-Klasse, also zu den Schiffen mit der Maximalgröße für den Panamakanal.

Der 296 Meter lange blaue Frachter mit dem weißen Logo der Reederei ACL (Grimaldi-Gruppe) macht am O’Swaldkai fest und beginnt, die RoRo-Rampe herunterzulassen. Sobald sie fest im dafür vorgesehenen Bereich der Kaimauer verankert ist, werden gleich 179 rollende Einheiten darüber geschoben und gezogen.

Die HHLA-Tochter UNIKAI betreibt das Multipurpose- Terminal im Hamburger Hafen, auf dem nicht nur rollende Ladung abgefertigt wird. An der Kaikante hat bereits eine Containerbrücke begonnen, fast 300 Container zu löschen und zu laden

02 Produkte

Produkte, die zu groß für Container sind, können auch auf RoRo-Schiffe verladen werden.
© Christian Lorenz

Die Rampe liegt jetzt sicher an, muss aber noch vom Winterdienst gestreut werden. In Hamburg ist so viel Schnee gefallen wie seit 15 Jahren nicht mehr – kein Hindernis für das erfahrene UNIKAI-Team: Die Fahrer haben bereits vorgestaut. Was das bedeutet, erklärt UNIKAI-Betriebsleiter Dennis Dose: „Wir hatten genug Zeit, um Trailer in einen Bereich in der Nähe des Schiffes zu bringen. Dann sind die Wege kürzer und die Verladung geht schneller.“

Fast ein Drittel der rollenden Ladung besteht aus Rolltrailern, auf denen zuvor große Maschinen, Kisten und andere Breakbulk-Ladung fachgerecht befestigt wurden. Insgesamt sind es 250 Packstücke mit einem Gesamtgewicht von rund 1.500 Tonnen. Sie gehen in den Export – nach Kanada und in die USA. Importe machen am O’Swaldkai bei Schwergütern dagegen nur einen kleinen Teil aus.

In Deutschland und ganz Europa gibt es viele Fahrzeug- und Maschinenbauer, deren Erzeugnisse weltweit gefragt sind. Für Produkte, die zu groß für den Container sind, steht das globale Liniennetz der RoRo-Schifffahrt bereit. Das können riesige Ernteoder Baumaschinen sein, Trockentrommeln für die Asphaltproduktion, aber auch komplette Produktionsanlagen, seefest verpackt in Holzkisten. Zum Service von UNIKAI gehört jedoch deutlich mehr, als Fahrzeuge und Packstücke lediglich auf eines der vielen RoRo-Schiffe zu verladen. Manche der Colli werden bereits in seefesten Verpackungen – etwa stabilen Holzkisten – angeliefert. Diese Kiste jedoch auf einen Trailer zu heben und dort seemäßig zu laschen, ist Aufgabe spezialisierter Teams bei UNIKAI. Fahrer von Reachstackern und Schwerstaplern heben die Frachtgüter auf Trailer, die später von Zugmaschinen an Bord gezogen werden. Zuvor werden alle Packstücke in einer Halle sorgfältig verzurrt und verkeilt, mit Kantenschonern und Schutzfolien versehen.

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Mit dem Reachstacker wird der Trockner aus Edelstahl vom Lkw-Trailer gehoben.
© Christian Lorenz

In der Halle liegen Stapel von Packholz. Die Mitarbeitenden schneiden es nach Bedarf zu, um Maschinen vor Beschädigungen zu schützen und die Laschgurte optimal befestigen zu können. Kisten mit violetten Laschgurten von Grimaldi werden verteilt, der Vorarbeiter weist sein Team ein. Jeder Laschgurt sichert 10 Tonnen. Weil an den Längsseiten des Trailers sechs dieser Gurte an den massiven Ösen befestigt werden, ergibt das 60 Tonnen. Zwar wiegt der Trockner aus Edelstahl nur 27 Tonnen, doch Sicherheit hat beim Laschen oberste Priorität.

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Seemäßig gelascht und am Deck befestigt: Die Holzkisten im Laderaum der „ACL Atlantic Sky“.
© Christian Lorenz

Draußen ist es dunkel geworden. Im Schiffsbauch stehen mittlerweile auf mehreren Ebenen die Fahrzeuge und Trailer exakt an den Positionen, die im Stauplan festgelegt wurden. Die Mitarbeitenden von UNIKAI spannen noch die Befestigungen, die auch bei stürmischem Wetter alles sicher in Position halten.

Noch vor Mitternacht kann das Schiff pünktlich die Leinen losmachen. Die Crew von UNIKAI hat innerhalb einer Schicht alles verladen. „Es ist unser Anspruch, dass es immer ein wenig schneller geht“, sagt Dennis Dose. „Wir wollen bei unseren Kunden mit Qualität punkten.“